Achtsamkeit stammt ursprünglich aus dem Buddhismus.
Die „vier Grundlegungen der Achtsamkeit“ sind nach dem Satipatthana Sutta:
1. Achtsamkeit auf den Körper
2. Achtsamkeit auf die Gefühle / Empfindungen (positiv, negativ oder neutral)
3. Achtsamkeit auf den Geist (abgelenkt, konzentriert oder verwirrt)
4. Achtsamkeit auf die Geistesobjekte (Dinge, die im Moment wahrgenommen werden)

Na, dann lass uns mal von vorne anfangen.#

Achtsamkeit auf den Körper
Wie fühlt sich Dein Körper an?
Von den Zehen bis zum Scheitel. Wo berührt er den Boden oder die Sitz- bzw. Liegefläche?
Ziept oder zwickt es irgendwo oder ist alles in bester Ordnung?
Geh immer mal wieder auf diese Weise durch Deinen Körper – mach einen sogenannten „Bodyscan“. Damit kommst Du in null Komma nix ins Hier und Jetzt.
Und: Du kannst es überall tun. Sogar im Supermarkt an der Kasse.
Wenn Du auf diese Weise Kontakt mit Deinem Körper aufnimmst, fällt es Dir auch leichter, gut für ihn zu sorgen. Heißt, Du bewegst und ernährst Dich mit der Zeit bewusster und entspannst häufiger.

Achtsamkeit auf die Gefühle
Wie fühlst Du Dich gerade?
Bist Du glücklich oder hast Du Dich geärgert?
Und was macht dieses Gefühl mit Dir? Wie lange hält es an?
Gefühle sind mächtig. Und oft gibst Du diese Macht an andere ab. Z. B. wenn Du zulässt, dass Dich jemand ärgert bzw. Ärger in Dir auslöst.
Das Gefühl entsteht immer in Dir, somit ist es Deine Entscheidung, was Du damit machst. Nimm es an und schau, ob Du es behalten willst. Wenn nicht, lass es los.
Verdrängen ist übrigens keine gute Wahl, wenn Du lernen willst, zukünftig anders damit umzugehen.

Achtsamkeit auf den Geist
Na, was macht Dein Gedankenkarussell?
Dreht es sich in atemberaubendem Tempo?
Dann konzentriere Dich doch mal auf Deinen Atem. Oder auf das, was Du grade tust.
Wenn Dein Körper joggt während Dein Geist das Mittagessen plant, sind die beiden keine Einheit. Bring sie zusammen und sei ganz im Augenblick, dann werden sie zum unschlagbaren Team.
Weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft kannst Du in diesem Moment etwas ausrichten – nur im Hier und Jetzt ist Handeln möglich.

Achtsamkeit auf die Geistesobjekte
Was siehst, riechst, fühlst, hörst oder schmeckst Du gerade?
Und kannst Du das tun ohne es zu bewerten?
Z. B.: „Da bellt ein Hund.“ statt „Immer diese blöden Köter.“ oder „Oooch wie süüüß, ein Wuffi!“
Na, wie sieht´s aus?
Meistens bewertest Du etwas im selben Moment, in dem Du es wahrnimmst.
Du kramst in Sekundenschnelle in alten Erfahrungen, die zur Wahrnehmung passen, und schwupps ist das Gefühl da. Und wie man damit umgehen kann, hatten wir ja schon…
Regen ist weder gut noch schlecht. Wer keine Lust hat, zu gießen ist heilfroh, wenn es regnet. Wer grad mit dem Hund raus will, findet´s doof.
Das ändert aber nix dran, dass Regen einfach nur nass ist.

Ganz simpel, oder?

Achtsamkeit ist zurzeit in aller Munde und Achtsamkeits-Seminare boomen nach wie vor.
Aber „mal schnell übers Wochenende achtsam sein und dann weitermachen wie bisher“ bringt nicht viel. Der „innere Beobachter“ möchte dauerhaft geschaltet werden, denn Achtsamkeit ist eine Lebenseinstellung – eine Entscheidung für das Leben im Hier und Jetzt.

Na klar, muss man das üben. Aber glaub mir: Es lohnt sich!

Da fällt mir ein:
Ich hab mal einen Blogartikel geschrieben – zum Thema Rosinen und Achtsamkeit.
Was die miteinander zu tun haben? – Nix.
Den Artikel findest Du hier.