Früher – also viel früher – hatten Stress und seine Folgen ja durchaus einen Sinn.
Wenn Du vor einem Tiger flüchten musstest, war es gut, die passenden Hormone zu produzieren, mehr Blut in der Muskulatur zu haben, usw. – um Dein Leben zu retten.
Doch dieser Stress war kurzfristig. Heißt: Tiger weg – Stress weg.

Heute sind die Tiger anders drauf: Sie bleiben einfach

Meist stunden- oder sogar tagelang – zumindest in Deiner Vorstellung. Und mit ihnen all die negativen Folgen ihrer dauerhaften Anwesenheit: Hoher Blutdruck, schwaches Immunsystem, Verspannungen…
Kurzfristiger Stress kann ja durchaus gesund sein, aber anhaltender macht krank.
Dieser Autofahrer, der Dich schneidet – der Kollege, der den Termin schon wieder vergessen hat – und der Nachbar, der vorhin nicht grüßte. Alles Tiger, die sofort wieder verschwinden würden, wenn Du sie einfach laufen ließest.

Dazu fällt mir grade eine schöne Zen-Geschichte ein:

Zwei Mönche kommen an einen Fluss mit starker Strömung. Am Ufer steht eine wunderschöne junge Frau, die den Fluss überqueren möchte. Sie bittet die Mönche um Hilfe. Der ältere Mönch nimmt die Frau auf seine Schultern und trägt sie über den Fluss. Nachdem sie sich bei ihm bedankt hat, geht sie ihres Weges.
Der jüngere Mönch spricht stundenlang kein Wort mit dem älteren, bis er es nicht mehr aushält und sagt: “Mönchen ist es nicht erlaubt, junge Frauen anzufassen. Warum hast Du sie über den Fluss getragen?“
Da antwortet der ältere Mönch: „Ich habe die Frau schon vor Stunden am Flussufer abgesetzt. Du trägst sie aber scheinbar immer noch mit Dir herum.“

Du wirst vermutlich eher selten junge Frauen über Flüsse tragen – wobei Du das als Nicht-Mönch ja durchaus dürftest. Aber Autofahrer, die Dir die Vorfahrt nehmen oder Nachbarn, die nicht grüßen – die trägst Du oft lange und ausdauernd mit Dir herum. Du denkst noch stundenlang über die Situation nach und meistens erzählst Du auch anderen davon. Dadurch holst Du das Erlebte immer wieder in den jetzigen Moment und Dein Körper kann sich zusammen mit Deinem Geist nochmal so richtig darüber aufregen.
Und der Tiger? Ja, der richtet es sich gemütlich ein. Wird ja ein längerfristiger Aufenthalt.

Die Lösung: Lerne loszulassen

Na klar, es gibt immer mal wieder Situationen, in denen Du Dich ärgerst. Und dieses Gefühl kannst Du auch gerne annehmen – um es dann gehen zu lassen.
Denn mal ehrlich: Was ändert es denn, wenn Du Dich darüber aufregst? Außer Deinem Stresspegel vermutlich nichts. Geschehen ist geschehen und wird durch unnötige Cortisol-Ausschüttung auch nicht anders. Nimm es hin und im besten Fall – lerne daraus!
Der Autofahrer wird vielleicht auch grade von einem Tiger belagert und Dein Nachbar hat Dich schlicht und ergreifend nicht gesehen. Atme tief und sei geduldig – mit Dir und mit anderen.
Dann zieht auch der Tiger wieder seines Weges.

Lust auf mehr Gelassenheit?

Dann abonniere doch meinen Newsletter!

So bekommst Du regelmäßig Gratis-Tipps und Übungen zu allen Themen
rund um den tanzenden Buddha.

Ich mag übrigens keinen Spam, deshalb versende ich auch keinen.
Und der sichere Umgang mit Deinen Daten ist mir sehr wichtig.
Ich gebe sie auf keinen Fall an Dritte weiter.