Vor einigen Jahren, als Achtsamkeit zu boomen begann, sah ich im Fernsehen eine Dokumentation über einen diesbezüglichen Workshop. Rosinen – und deren Verzehr – waren dabei ein wichtiges Thema.

Von der Hand in den Mund 

Ja, gegessen wurden sie auch. Aber erst nach detaillierter Beschreibung des Aussehens und der Haptik außerhalb und innerhalb des Mundes. Der  Geschmack durfte dabei natürlich nicht fehlen.
Tja, was soll ich sagen – ich schaltete um. Nicht, weil ich Rosinen nicht mag – o.k., die am Rand des Kuchens angebackenen mag ich wirklich nicht – sondern weil ich keinen richtigen Zusammenhang fand.

Inzwischen ist Achtsamkeit in aller Munde – nein, nicht in Form einer Rosine.
Sie wird in der Werbung für alles Mögliche eingesetzt und was man dort sieht, hat leider nur selten noch etwas mit ihrer eigentlichen Bedeutung zu tun.

Achtsamkeit ist eine Lebensphilosophie 

Schon allein deshalb ist sie nicht nur beim Essen sinnvoll, sondern bei allem, was wir tun:
Beim Gehen, Autofahren, in Gesprächen, beim Einkauf, allen möglichen Interaktionen…

Achtsam sein heißt, wahrzunehmen was ist – ohne zu bewerten.
Und genau das ist der Punkt. Meist bewerten wir etwas im selben Moment, in dem wir es wahrnehmen. Wir kramen in Sekundenschnelle in alten Erfahrungen, die zum Wahrgenommenen passen und entwickeln das entsprechende Gefühl.

Na ja, wo es schon mal da ist – das Gefühl – könnten wir ja auch schauen, ob es in der momentanen Situation Sinn macht, so zu fühlen und zu reagieren.
Und wenn nicht? Tja, dann sollten wir das alte Verhalten loslassen und uns Sinnvollerem zuwenden – dem Leben im Hier und Jetzt zum Beispiel. Das ist nämlich Achtsamkeit!

Der innere Beobachter 

So nennen die Buddhisten die Achtsamkeit, aus deren Praxis diese Lehre ursprünglich stammt.
Sie ist kein „Gesundheitsprogramm“, das kurz praktiziert wird, um schnell wieder leistungsfähiger zu sein oder einem Burn-Out grade noch so zu entgehen.
Mal eben ein Wochenende achtsam sein und dann weitermachen wie bisher ist sicher nicht Sinn der Sache. Genauso wenig wie der sofortige Eintritt in ein Kloster.

Aber zwischen Achtsamkeit „to go“ und dem Dasein als Mönch oder Nonne gibt es auch einen Mittelweg: Den inneren Beobachter schalten, so oft es einem möglich ist. Sich immer wieder selbst daran erinnern, dass das Leben im Hier und Jetzt stattfindet. Und endlich mal das Bewerten sein lassen.
Und das Ganze bitte ohne Stress – wäre ja auch sinnfrei…

Und Rosinen? – Ja, die kann man natürlich essen, wenn man sie mag.

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