Da ist sie wieder, die alljährliche Fastenzeit. – Sich 40 Tage in Verzicht üben. – Aber auf was verzichtest Du? – Und danach? – Machst Du weiter wie bisher?

Von einem Extrem ins andere?

Ich habe mal gefastet – ganze drei Tage lang. Dann wurde ich so launisch, dass ich meinen Mitmenschen zuliebe wieder feste Nahrung zu mir nahm. Ich wollte damals zwar ein paar Pfunde loswerden, aber meine Familie und Freunde ganz gerne behalten. Und ich stellte fest: Kauen beruhigt – offensichtlich nicht nur Hunde…

40 Tage – nix für mich! Aber sich in Verzicht üben muss ja nicht zwingend auf Nahrung beschränkt sein. Viele verzichten von Aschermittwoch bis Ostern auf Zigaretten, Süßigkeiten, Handy, Internet, usw. Eine gute Möglichkeit festzustellen, was man unbedingt zum Leben braucht und worauf man auch mal verzichten kann.

Zumindest für 40 Tage. – Denn danach wird es umso genussvoller und möglicherweise auch ausgiebiger wieder aufgenommen. “Jetzt musste ich so lange darauf verzichten, da darf´s doch mal etwas mehr sein.” Ähm, wo lag da nochmal der tiefere Sinn? 

Eine Möglichkeit: Der Weg der Mitte.

Statt 325 Tage zu “sündigen” und dies dann durch 40 Tage “Buße tun” wieder auszugleichen bestünde ja auch die Möglichkeit, es dauerhaft ausgeglichener anzugehen. – Den Weg der Mitte zu wählen. Ab und zu eine Süßigkeit, Handy und Internet in Maßen… na, wie wär´s?

Natürlich darf man ab und zu die Balance verlieren, damit man sie auch wieder finden kann. Aber das erledigt das Leben meistens ganz alleine… 

Hier noch ein paar Fasten-Vorschläge:

Wie wäre es mal mit 40 Tage…

… nicht jammern.

… dankbar sein für das, was ist.

… lächeln, wann immer es möglich ist.

… mir Dir selbst und anderen respektvoll umgehen.

… allem was geschieht etwas Positives abgewinnen.

… Lebewesen, Dinge und Situationen anzunehmen, wie sie sind.

Für Hardcore-Fans: Mach´s doch einfach dauerhaft! – Aber Vorsicht, es kann zu Nebenwirkungen kommen: Du fühlst Dich gut und kommst ganz leicht in Balance. – Extreme Suchtgefahr…